WERKSTÄTTEN
ITALISCHER TERRA SIGILLATA AN DER RHEINGRENZE
Pia
Eschbaumer
Schon früh
war den Erforschern der Terra Sigillata aus Haltern klar, daß
die in den Norden gelieferte "Arretina" nicht einheitlich
ist, und nur ein geringer Teil davon aus den Werkstätten von Arezzo
selbst stammt. A. Oxé wies die nicht-italischen Töpferstempel
vier Gruppen zu, deren Produktionsorte er in Gallien bzw. "in der
Provinz" ansiedelte; hinter einigen von ihnen vermutete er Legionsbetriebe.
Heute wissen wir, daß die meisten dieser Töpfer in Lyon produziert
haben, während die "provinzialen Filialen des Cn. Ateius"
hauptsächlich in Pisa anzusiedeln sind; es gibt aber immer noch
Werkstätten, deren Lokalisierung unbekannt ist.
Im Corpus Vasorum Arretinorum listen Oxé und Comfort einige Töpfer
unter "Gaul or Germany" auf, die aufgrund ihrer Verbreitung
rheinabwärts nördlich der Mainmündung sicherlich im Bereich
der Rheingrenze gearbeitet haben, unter ihnen P. Flos und T. Pet() Scae().
Die damals bekannten elf Gefäße des P.Flos hat S.v.Schnurbein
1984 beschrieben; aufgrund chemischer Analysen konnte er glaubhaft machen,
daß dieser Töpfer seine Werkstatt in Haltern hatte. Mehrere
Neufunde aus Köln und Anreppen gaben Anlaß, diese Resultate
zu überprüfen.
Ein engeres Verbreitungsgebiet haben die Produkte des T. Pet() Scae:
besonders häufig sind sie in Mainz und seinem Vorfeld (Waldgirmes
im Lahntal und Wiesbaden) zu finden, zwei Stücke sind aus Neuss
bekannt, sie fehlen aber völlig in den Lagern an der Lippe. Aufgrund
dieser Konzentration wird man mit einer Produktion der auffälligen
Ware in Mainz rechnen dürfen; eine Klärung dieser Frage erhoffen
wir uns durch chemische Analysen.