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American Academy in Rome

  • Poster Session

ITALISCHER IMPORT ODER LOKAL-REGIONALE "IMITATION"? ÜBERLEGUNGEN ZUR KAISERZEITLICHEN KERAMIK AUS DER GYMNASIUM-TYCHEION-GRABUNG VON AIGEIRA

Thomas Hagn

Unter der Feinkeramik aus der Gymnasium-Tycheion-Grabung von Aigeira, die zum Großteil aus lokal-regionaler Produktion stammt, befinden sich einige Stücke mit Parallelen aus anderen Grabungsorten Griechenlands, die als italische bzw. westliche Sigillata bezeichnet werden. Es sind dies vor allem tiefe Teller mit hoher, schräg ansteigender Wand und Wulstrand, flache Teller mit niedriger, senkrechter, meist reich profilierter Wand (Service Haltern 2) sowie Kragenschalen mit niedrigem, senkrechtem Rand über dem Wandwulst bzw. Kragen. Sowohl diese Formen als auch der Dekor aus applizierten Rosetten und - in einem Fragment - horizontalen Spiralen entsprechen westlichen Sigillata-Gefäßen z. B. aus Korinth, Olympia und Athen. Hinzu kommt ein Wandfragment einer reliefierten Sigillata mit firgürlicher Darstellung. Westliche Importe scheinen auch die bisher drei lesbaren Signaturen in planta pedis - Gellius, L.Tit[ius (?) und C. Numerius Onesimus - nahezulegen. Einige Gefäßfragmente, insbesondere die Kragenschalen mit Rosettenapplik, lassen sich jedoch im Material kaum von dem weichen, gelblich beigen bis rötlich hellbraunen Ton und dem dünnen, unregelmäßig orange bis rotbraunen Überzug unterscheiden, der auch bei der wohl lokal oder regional hergestellten Feinkeramik (hauptsächlich Teller) vorkommt. Es wäre daher zu fragen, ob es sich nicht bei einigen dieser Sigillata-Gefäße eher um lokal-regionale "Imitationen" westlicher Stücke handelt. Dies gilt nicht nur für die hier vorgestellten wenigen Fragmente aus Aigeira, sondern auch für die vergleichbaren aus anderen Fundorten Griechenlands. Die gegenseitige Abhängigkeit zu den westlichen Parallelen wäre dabei in zeitlichem und örtlichem Verhältnis zu berücksichtigen. Für die zeitliche Einordnung gibt der Fundzusammenhang im Grabungsbereich Gymnasium-Tycheion von Aigeira bislang keine näheren Hinweise, da betreffende Fragmente soweit feststellbar aus Auffüllungsschichten mit sehr unterschiedlichem, gemischtem Fundmaterial kommen. Zumindest in der letzten Bauphase des 3. Bis A.5.Jh. n.Chr. existierte hier ein Töpferei- und Ziegeleibetrieb, in dem Lampen aus Reliefmodeln hergestellt wurden. Genauere Aussagen könnten erst durch Tonanalysen ermittelt werden.



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