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American Academy in Rome

  • Poster Session

KULTKERAMIK AUS EINEM LIBER PATER-HEILIGTUM IN APULUM (RO)

C. Höpken, M. Fiedler, R.P. Symonds

In der Nordwestecke der colonia Aurelia Apulensis wird seit 1998 durch das deutsch-rumänisch-britische "Apulum-Project" ein Kultplatz des Liber Pater freigelegt. In einem langgestreckten Gebäude traten Liber Pater-Statuen und Votive für diese Gottheit zutage, und unmittelbar benachbart wurden einige Kultgruben mit darin niedergelegten Gefäßen entdeckt.

Die Keramik aus dem Heiligtum umfasst generell vor allem einfaches Geschirr wie Trinkgefäße, Teller und Schüsseln sowie rauwandige Töpfe und Teller/Pfannen etc. Als ,Kultgeschirr' können Räucherkelche, Standfußschalen, Schlangentöpfe und Servierplatten mit Schlangendekor angesehen werden. Charakteristisch sind die in großer Variationsbreite auftretenden Räucherkelche. Neben Kelchen normaler Größe (15-20 cm Höhe) sind einige Exemplare von ungewöhnlich großen Dimensionen vorhanden (bis 40 cm Höhe). Die Dekorationen reichen von den üblichen Schemata der Wellenverzierung bis hin zu aufwendigen Mustern, die charakteristisch für den Fundplatz zu sein scheinen: Viele der Kelche besitzen ausgeschnittene "Fenster" in der Kelchwandung, bei einigen sind die Ränder zinnenartig geformt. Es ist zu vermuten, dass die Räucherkelche unterschiedlichen Zwecken dienten, da die meisten ein Loch im Kelchboden haben, wenige dagegen Brandspuren aufweisen.

Die Kelche mit Löchern könnten als Libationsgefäße im Rahmen des Liber Pater-Kultes gedient haben, während die Brandspuren, die in unterschiedlicher Ausprägung auftreten, von einer Nutzung als Räuchergefäß oder Lampen herrühren könnten. In den Kultgruben wurden Konzentrationen von Gefäßen auf den Grubenböden entdeckt, die dort rituell niedergelegt und dabei durch Steine und Ziegel intentionell zerschlagen wurden. Das Formenspektrum ist eng umgrenzt. Weitaus am häufigsten sind rauwandige Schüsseln mit kleiner Standfläche und weit geöffneter Mündung sowie rauwandige Teller/Pfannen. Zusammen mit diesen wurden leere Spardosen, Kantharoi und Miniaturgefäße deponiert.



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