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ZU RÖMISCH-KAISERYEITLICHEN TONUNGUENTARIEN AUS PISIDIEN (SÜDWESTTÜRKEI) Ergün Lafli Tonunguentarien
sind kleine Fläschen und Näpfchen, vielseitig verwendbar zur
Aufnahme von parfumierten Ölen, Salben, Gewürzen, Medizin
und auch Schminke. Der Terminus "Unguentarium" bezieht sich
auf den Inhalt dieses Gefäßtypus, welcher ebenso als "Balsamarium"
bezeichnet wird. Seit frühhellenistischer Zeit bis in die mittlere
Kaiserzeit gehören die Unguentarien zum Keramikinventar des Mittelmeerbeckens.
Die früheren Vertreter weisen eine Höhe von 4 bis 5 cm auf,
die grössten können 20 bis 30 cm sein. In der spätklassischen
Phase waren Ölbehälter beliebte Grabbeigaben (Lekythoi, Amphoriskoi),
verschwanden dann aber aus den Gräbern; ab frühhellenistischer
Zeit sind die Unguentarien aber weiterhin reichlich vorhanden: Außer
religiösen dienten sie profanen Zwecken, und in manchen Fällen
kamen ihnen vielleicht nur dekorative oder symbolische Funktion zu:
Sie stammen sowohl aus Häusern oder Geschäften, als auch aus
Gräbern und Heiligtümern und werden in einem weiten Gebiet
des Mittelmeers, zwischen Palästina und Spanien, und sogar bis
nach Skandinavien verbreitet. Obwohl zwischen den Tonunguentarienformen
Ähnlichkeiten zu beobachten sind, gibt es erhebliche Differenzen
in der Typologie, die oft von Ort zu Ort und von Region zu Region variieren.
Im Gegensatz zu den Gefäßtypen Alabastron und Lekythos ist
für die Unguentaria keine schriftliche antike Überlieferung
vorhanden. Doch kann man gelegentlich auf Grabstelen Darstellungen von
Unguentarien erkennen. Ab der römischen Kaiserzeit gibt es eine
generelle Tendenz, daß die Tonunguentarien - insbesondere im östlichen
Mittelmeerraum - Gefäßvorbilder aus Glas imitiert haben.
Dabei ist eine dauerhafte Formänderung festzustellen. Im Rahmen
meines Dissertationsprojektes im Archäologischen Institut der Universität
Köln (Deutschland) bearbeite ich Tonunguentarien von zwei kleinasiatischen
Regionen - Kilikien und Pisidien - und dortige lokale Produktionen.
Bei meinem Vortrag begrenze ich mich jedoch auf das Gebiet von Pisidien. Overview of the Academy | The Rome Prize Other Residency Opportunities | Music at the Academy Summer Programs | The Library | Fototeca | The Humanities Academy Publications | Academy Events | Alumni Apply for the Rome Prize fellowship | Academy Staff | Home |