ITALISCHE
IMPORTKERAMIK AUS DEN RÖMISCHEN LAGERN UM NUMANTIA
Martin
Luik
Die im Rahmen dieses
Beitrages behandelten Funde stammen aus den Grabungen, die unter der
Leitung von Adolf Schulten in den Jahren von 1906 bis 1912 in den Lagern
der Circumvallationslinie um Numantia und bei dem nur wenige Kilometer
entfernt gelegenen Renieblas durchgeführt wurden. Das Fundmaterial
befindet sich heute im Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz.
Die Bearbeitung der Keramik erfolgte im Rahmen einer Gesamtvorlage aller
dort aufbewahrten Funde. Seither geborgene und veröffentlichte
Lesefunde wurden im auswertenden Teil der Arbeit berücksichtigt.
Aus Italien wurden wesentliche Teile des keramischen Bestandes eingeführt:
die meisten Tonlampen, die Campana-Ware, die verschiedensten Arten von
Fein- und Grobkeramik, nicht zuletzt die Amphoren.
Unter den Tonlampen stellt ein Exemplar Ricci B das früheste Stück
dar (Ende 3./Anfang 2. Jahrhundert v. Chr.). Bei weitem überwiegen
die bikonischen Lampen vom Esquilintyp/Ricci E, mit lang ausgezipfelter,
vorne gerundeter bzw. dreieckiger Schnauze (maximal 16 von 30 Fundexemplaren).
Die Campana-Ware ( insgesamt 37 Exemplare Campana A, 85 Exemplare Campana
B) setzt sich hauptsächlich aus wenigen Tellerformen (A 36, A 5,
A 6; B 5, B 6) und aus Schalen (A 27B, B 1/8, B 8b, Sonderformen) zusammen.
Die Hauptmasse des Fundstoffs gehört erwartungsgemäß
der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. an. Auch Siedlungsaktivitäten
des frühen 1. Jahrhunderts v. Chr. sind belegt (militärisch?).
Beispielhaft für die übrige Gebrauchskeramik sollen mehrere
feinwandige Becher Mayet I genannt werden, außerdem Töpfe
mit trichterförmigem Hals und verdickter Randlippe Vegas 1 und
2 sowie Reibschüsseln mit hängendem dreieckigem Rand und charakteristischer
Fingertupfenverzierung auf dem Kragen.
Im Fundbestand überwiegen Amphoren Dressel 1A eindeutig, dagegen
sind graecoitalische Amphoren (Formen Will 1c und 1d) seltener vertreten.
Die Gesamtvorlage der Funde wird in Kürze als Monographie des Römisch-Germanischen
Zentralmuseums Mainz erscheinen.