KAISERZEITLICHE
KERAMIK DER WESTPELOPONNES
Christa
Schauer
Ausgehend von den
Ergebnissen der neueren Grabungen des Deutschen Archäologischen
Instituts in Olympia soll unter Einbeziehung von publizierten Gefäßen
aus Elis und Achaia versucht werden, charakteristische Gefäßformen
aufzuzeigen, die in der Westpeloponnes im 1. bis 3. Jh. n. Chr. in Gebrauch
waren.
Bald nach der Gründung von Patras und mit dem neuerwachten Interesse
der römischen Machthaber am Heiligtum von Olympia wird der Einfluß
Roms in der Westpeloponnes auch in der Keramik faßbar, was sich
einerseits durch Importe und andererseits durch Nachahmung importierter
"römischer" Formen manifestiert, darunter Schalen und
Teller mit eingeschnürter Wand. Bis in die Mitte des 1. Jhs. lebten
daneben hellenistische Traditionen fort, wie an den Bechern mit Vertikalhenkeln
deutlich wird.
Die regionale Rotfirniskeramik ersetzte im 2. und früheren 3. Jh.
weitgehend das "international" verbreitete Tafelgeschirr.
Kännchen des "Urnetta a collarino"-Typs wurden lokal
erzeugt und sind im 2. und 3. Jh. eine der Leitformen. Der Regionalproduktion
können fußlose halbkugelige Schalen des 3. Jhs. zugewiesen
werden, die durch Beispiele aus Olympia, Elis und dem elischen Pylos
belegt sind. Korinthische Reliefbecher des späteren 2. und 3. Jhs.
wurden in die Westpeloponnes importiert sowie vermutlich z. T. in lokalen
Werkstätten erzeugt. Charakteristisch für das späte 3.
Jh. sind importierte, grob geformte Tonbalsamare, wie sie auch aus Korinth
bekannt sind. Neben importierten Amphoren sind im 2. und 3. Jh. lokale
Typen stark vertreten.
Bildlampen "römischen" Typs waren in Olympia erst im
späteren 1. Jh. üblich. Um die Mitte des 1. Jhs. waren noch
die in hellenistischer Tradition stehenden Kragenlampen in Gebrauch.
In Kontexten der mittleren Kaiserzeit sind Lampen korinthischen Typs
häufig, die vermutlich z. T. aus den Werkstätten in Patras
stammen. Aber auch lokal müssen Lampen produziert worden sein.
Attische Lampen haben Olympia hingegen nur in relativ kleiner Zahl erreicht.